Hermann Brenner bleibt nun unvergessen

Auf dem Weidener Bildungscampus zwischen Technischer Hochschule, dem Weidener Technologie Campus und der im Bau befindlichen neuen FOS/BOS wurde am 19. April 2013 durch OB Kurt Seggewiß der Hermann-Brenner-Platz eingeweiht.
Der Platz, gestaltet von Architekt Christoph Thomas, ist wichtiger Bestandteil des öffentlichen Weidener Stadtraums, den täglich Tausende als solchen erleben.
Er gilt der Erinnerung an Hermann Brenner (1916 bis 2004), der über vier Jahrzehnte Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Weiden war, sowie aktives Mitglied im Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden Bayern. Für seine Verdiensteum den Wiederaufbau jüdischen Lebens im Freistaat Bayern, wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. 
 
Bei der Einweihung des Platzes waren als Ehrengäste anwesend: 
die Witwe Henny Brenner mit den Söhnen Dr. Michael Brenner und Leonhard Brenner,
die Vertreter der Geistlichkeit, Rabbiner Dr. Katz, Stadtdekan Johannes Lukas, Stadtdekan Dr. Wenrich Slenczka,
die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Dr. Charlotte Knobloch
und der Präsident des Landesverbandes der israelitischen Kultusgemeinden in Bayern Dr. Josef Schuster,
sowie Leonid Shaulov, 1.Vorsitzender der jüdischen Gemeinde in Weiden 
 
 
Die Lebensgeschichte von Hermann Brenner
 
Hermann Brenner wurde 1916
in der polnischen Kleinstadt Chrzanow ( Krenau) geboren.  
Dies war noch zur Zeit der Kaiserlich-Königlichen Monarchie. 
Später zog die Familie nach Krakau,
wo er die Schule besuchte und im Geschäft der Eltern 
mitarbeitete. 
 
Außer Polnisch wurde im Elternhaus 
auch Jiddisch und Deutsch gesprochen. 
In der Schule lernte man auch Hebräisch. 
Mit dem Einmarsch der deutschen Truppen 1939 
wurde über Nacht alles ganz anders. 
 
Die Familie zog zurück nach Kremau, 
weil man dort vermeintlich sicherer war 
vor den NAZI-Schergen.
Doch auch hier kam es zur Einrichtung eines Ghettos. 
Viele Juden wurden auf der Strasse erschossen 
oder kamen in Konzentrationslager
so auch Hermann Brenner.
 
Glück im Unglück war für ihn, 
dass er „nur“ in Außenlagern von Auschwitz inhaftiert wurde, 
wo noch die menschliche Arbeitskraft gefragt war 
und man nicht sofort in den Tod geschickt wurde. 
Hermann Brenner hatte oft 
mehr als einen Schutzengel – er überlebte. 
 
Als er 1945 nach Hause kam, 
gab es dort keine jüdische Gemeinde mehr. 
Die meisten Juden wollten sofort weg aus Polen. 
Doch wohin sollten sie gehen ? 
 
Der Staat Israel existierte noch nicht. 
Die USA hatten sehr strenge Einwanderungsgesetze 
und so kam zunächst die amerikanische Zone 
Deutschlands in Frage. 
Ein Großteil der Familie Hermann Brenners wurde ermordet. 
Nur zwei Schwestern überlebten.
Schließlich gelang es Hermann Brenner 
mit einer Gruppe anderer jüdischer Polen 
und seinen zwei Schwestern
im Sommer 1945 nach Weiden i.d.Opf.
zu kommen.
 
Zwischen 1945 und 1949 war Weiden
Durchgangsstation für ca. 1000 jüdische 
Flüchtlinge aus Polen. 
 
Mit Gründung des Staates Israel Ende der 40er Jahre 
und der Lockerung der Einwanderungsbedingungen der USA verließen die meisten Juden unsere Stadt.
 
Die beiden Schwestern gingen nach Los Angeles, 
wo heute noch eine Schwester lebt. 
Hermann Brenner wollte eigentlich nachkommen. 
Doch Weiden ließ ihn nicht mehr los. 
Unsere Stadt wurde zu seiner neuen Heimat 
in der er 60 Jahre lebte.
 
Nach der Eröffnung einer Leihbücherei und eines Antiquariats übernahm er nach dem Weggang seiner Schwester 1949 
deren Textilgeschäft, 
das er sich mit einem Partner teilte.
Später gründete er sein eigenes Gardinengeschäft, 
es folgte ein Stoffwarengeschäft und eines für Strickwaren.
 
Textil Brenner war über Jahrzehnte eine der ersten Adressen
in der Wörth Strasse und am Oberen Markt. 
Zur Ruhe setzen kam für Hermann Brenner nicht in Frage. 
Bis ins hohe Alter von 80 Jahren führte er noch sein Geschäft.
Bis dahin war er auch Präsident 
der Israelitischen Kultusgemeinde, 
die er mitbegründet hatte 
und die ihm lebenslang ein Anliegen war. 
Mehrere Jahrzehnte war er Mitglied 
des Landesverbandes 
Israelitischer Kultusgemeinden in Bayern. 
Für seine Verdienste 
um den Wiederaufbau jüdischen Lebens im Freistaat 
wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. 
Im Jahre 2004 starb er in Weiden im Alter von 88 Jahren.
 
 
Für Spenden sind wir Ihnen sehr dankbar!
Spendenkonto:   SPD-Weiden
Kontonummer: 117 366
Bankleitzahl: 753 500 00

 

website security

SIE FRAGEN - WIR ANTWORTEN: